화산 연무
Andre Arnold
Erfahrungsbericht Camp & Etna Trip
Was hat mich am am Ätna Tag besonders beeindruckt, was war mein persönliches Erlebnis ?
Die Anfahrt zum Ätna nutzte ich, um mich mental auf den Berg einzustellen. Noch wussten wir nicht, ob das Wetter mitspielt oder nicht. Auf der See in der Ferne konnte man ein Gewitter sehen. Die Insel selbst war durch Morgenrot gefärbt. Gefühle von Aufregung, Stolz aber auch Demut begleiten mich.
Der Ätna liegt vor uns und ein taekwon-do Training, wie es bis dato noch nicht gab.
Die Anspannung steigt je näher man kommt. Der Vulkan zeigt sich in seiner Größe und seiner Macht über die Natur, je näher man kommt. Die Landschaft verändert sich.
Nahe Gelegen zur Aufstiegs Stelle ist ein Sammelplatz, der von erkalteter Lava gezeichnet ist.
Dort wird uns bewusst, dass der Aufstieg nicht einfach ist und auch die Natur nicht unterschätzt werden darf. Wir organisieren uns, um auf dem Berg die richtige Kleidung zu tragen.
Mit einem Transporter geht’s dann auf 2800m. Auch diese Anfahrt ist ein Erlebnis, wie man es nicht wirklich beschreiben kann. Es gleicht einer Geländefahrt in einer unbekannten Welt. Noch überdeckt die Freude und Euphorie den Respekt.
Angekommen, sammeln wir uns und steigen auf. Der Aufstieg erweist sich als anstrengender als gedacht.
Das Team zeigt sich Verständnisvoll, fürsorglich und ruecksichtvoll. An der spitze angekommen, bin ich körperlich am Limit, aber innerlich zufrieden und glücklich.
Nun geht’s zum Abstieg der ebenfalls Leistung einfordert.
Am Platz angekommen auf ca. 2800meter ,wo uns später der Transport abholen wird, zur Sammelstelle, ziehen wir unsere dobok an und bereiten uns vor. Ein unbeschreibliches Gefühl durchzieht den Körper. Wir funktionieren als Einheit, unsere Reisebegleiterin ist euphorisch und motiviert uns. Man ist den Tränen nahe. Wir sind die ersten die so eine Aufführung am Ätna macht.
Die Abfahrt ist gefüllt von Adrenalin und dopamin. Man möchte es auf alle Fälle nochmals erleben.
Meine Attribute bzgl. Ätna
1. Respekt
2. Gemeinschaft
3. Demut
4. Herausforderung
5. Rücksichtnahme
6. Konzentration
7. Repräsentant taekwon-do und seine Werte
8. Power
9. gegenseitige Mitnahme
Zusätzliche Erlebnisse des gesamten Camp
ISPICA
Der Besuch einer Historischen Gedenkstätte gibt mir einen Blick wie die Abhängig die Menschen von ihrer koerplichen physis damals waren und wie wertvoll das taekwondo Training ist um sich und seine
Fähigkeiten zu erkennen und bestmöglich zu erhalten.
POZALLO
Gemeinsames Essen und Austausch starken die Gemeinschft und bringen einander näher.
CAMP
Das Camp gibt Einblick in die Charakteren und bietet die Möglichkeit zum erfahrungsAustausch.
Strand / wassertraining
Kondition, Kraft, Beweglichkeit, Körper Bewusstsein, Balance wird am Strand und Wasser Training verbessert.
SPORTHALLE
Das Training in der Sporthalle wird zum finalen Höhepunkt. Man spürt die power der anderen ihre Entschlossenheit alles zu geben. Diese übertragt sich auf mich. Ich möchte für mich und auch für das
Team mein bestes taekwondo zeigen, um uns stolz zu machen.
gez. Andre Arnold, 18.September 2026
화산 연무
Norman Pillmayer
Erfahrungsbericht Etna Trip
Als wir losgegangen sind, hatte ich keine große Erwartungen oder Vorstellungen. Für mich wäre es ein normaler Ausflug um sich ein bekanntes Ziel mal anzuschauen und
Bilder zu machen. Aber schon nach den ersten Schritten im Anstieg war da etwas anderes. Der Kopf wurde leiser. Kein Grübeln, kein Plan, kein “Sollte”. Nur die nächsten Schritte auf dem
schwarzem Vulkangestein. Es war fast meditativ – eine Pause vom eigenen Kopf, die ich so nicht erwartet hatte. Mein Herzschlag hat sich sehr merkwürdig angefühlt und war nicht richtig im Takt.
Zusätzlich war die Atmung ganz anders. Obwohl es für die Beine und Füße eine normale Grundbewegung war, war der obere Teil vom Körper in einer Umstellung die ich so nicht kannte. Gleichmäßig atmen,
Ruhe reinbringen und Schritt für Schritt waren bei mir im Fokus.
Oben angekommen, war das erste Gefühl Respekt und Kleinheit. Ich stand auf einem Vulkan, der seit tausenden von Jahren existiert und noch lange existieren wird, lange nachdem ich weg bin. Zusätzlich
hat sich mein Respekt vor der Höhe und dem möglichen Fallen, beziehungsweise Stolpern, sehr stark auf mein Kopf ausgewirkt. Ich habe oben schon stark mental damit gerungen wo ich hier bin und
was vor mir liegt. Die Ehrfurcht vor der massiven Kraft der Natur kam vollständig bei mir an.
Der Abstieg war dann wieder anders. Ich genoß die leichtere Atmung, die lockeren Beine und das ich wieder zurückkehre aus der Höhe. Alles hatte sich mehr
entspannt.
Was mir so ein Ausflug wieder zeigt: Ich schaffe mehr, als ich mir selbst zutraue. Still zu werden, auszuhalten, weiterzugehen, ohne zu wissen, wie weit es noch ist, auch wenn mein Körper sich
anpassen muss und sich an die Umgebung anpassen muss.
Für mich verbindet sich das mit dem, was wir hier im Training auch üben. Ich denke, der Ätna hat mir das ganz direkt gezeigt.
gez. Norman Pillmayer, 16. September 2026
화산 연무
Terry Meyer
Reisebericht
Tag 1 - 11. September 2026
Ankunft
Die Aufregung und die Vorfreude waren groß, als wir am Frankfurter Flughafen auf unser Flugzeug nach Sizilien warteten. Ich hatte das Glück, mit einem Großteil unseres Teams zusammen anzureisen: Es war ein fast greifbares Gemeinschaftsgefühl spürbar, als wir über die Trainingseinheiten und Ausflüge sprachen, die wir gemeinsam bestreiten würden. Endlich im Flieger, konnte ich von meinem Fensterplatz aus den mächtigen Ätna beim Anflug bewundern. Er war etwas wolkenverhangen, aber die gewaltige schwarze Kontur zeichnete sich klar über Catania ab. Es schien mir ein gutes Omen, so von dem Namensgeber unseres Vulcano Camps begrüßt zu werden. Am Flughafen von Catania gab es ein herzliches Wiedersehen, als wir die restlichen Teammitglieder und Sahbumnim Oliver trafen. Dieser erste Tag war dem Ankommen gewidmet. Beim Heraustreten aus dem Flughafen lernten wir die sizilianische Sonne kennen, holten unsere Mietwagen ab und fuhren an Zitrusplantagen, Olivenbäumen und Feigenkakteen vorbei nach Pozzallo. Dort bezogen wir unsere Ferienwohnungen, deckten uns im Supermarkt mit Proviant ein, erkundeten den Strand, an dem ein Großteil unseres Trainingslagers stattfinden würde und feierten unsere Ankunft mit einem ersten von vielen geselligen Abendessen in unserem Strandlokal Primo Scivolo. Das Lager war aufgeschlagen, das Vulcano Camp konnte beginnen!
Tag 2 - 12. September 2026
Der erste Trainingstag
Um 05:30 trafen wir uns am Strandtor zum Training! Im Dunkeln den Strand entlangjoggen, Formen laufen und neue Technikkombinationen einüben, teilweise auch im Meer
gegen den Wasserwiderstand. Wir trainierten hart, die Zeit verging wie im Flug. Ganz plötzlich bemerkte ich, wie sich der Himmel durch die aufgehende Sonne im Osten links von uns rot färbte. Wir
verbeugten uns vor der Sonne, als wäre auch sie ein Taekwon-Do Großmeister, der unser Trainingslager besucht und begutachtet. Mittags hatten wir unser erstes Wassertraining im Meer. Wir liefen Hyongs
so tief im Wasser, dass gerade noch unser Kopf herausschaute, kickten gegen den Wasserwiderstand, übten Balance und einen stabilen Stand gegen die Wellen ein. Nachmittags hatten wir Zeit, uns
auszuruhen und gemeinsam Zeit am Pool bei unseren Apartments zu verbringen. Abends gab es noch eine letzte Trainingseinheit, bei der wir u. a. den ersten Teil der eigens für das Vulcano Camp
entwickelten „Hwasan Yeonmu“ (zu Deutsch etwa „Vulkanform“) Form lernten. Am übernächsten Tag sollten wir die Form schon auf dem Vulkan darbieten, die Spannung steigt!
Insgesamt war es ein harter Trainingstag. Wir waren noch von dem entspannten Anreisetag verwöhnt und mussten konstant einen mentalen Widerstand und eine Schonhaltung überwinden, um im Moment
anzukommen und in schönen, hohen, starken, schnellen Taekwon-Do Bewegungen aufzugehen. Insbesondere ich, der ich die gesamte Woche lang zum zweiten Dan geprüft werden sollte, hatte mit einem
besonderen mentalen Druck zu kämpfen, jederzeit mein bestes Taekwon-Do abrufen können zu müssen. Ich war schon auf vielen Taekwon-Do Trainingslagern, u. a. in Zypern und in den USA. Aber mir fiel
gleich auf, dass dieses Trainingslager anders werden würde: härter und auch kulturell wertvoller. Ich fühle mich an die alte Schule erinnert, die Florida-Trainingslager bei Großmeister Kwon Jae-Hwa,
dem Gründer unseres Systems. Ich bin berührt von dem Gedanken, dass unser Lehrer, der dort so oft trainiert hat, uns etwas von dieser einzigartigen Prägung zuteilwerden lässt.
Abends war noch Gelegenheit, Pozzallo zu erkunden. Der Samstagabend ist dort eine einmalige Erfahrung, zahlreiche Verkaufsstände boten allerlei Waren feil und es herrschte ein lebhaftes Treiben auf den Straßen. Und wir mittendrin! Nach dem Abendessen feierten wir den Abschluss des ersten Trainingstags noch mit ein paar Drinks!
Tag 3 - 13. September 2026
Ispica – vergangene Welten
Das Morgentraining am Strand und das Wassertraining am Mittag wurden zu unseren täglichen Ritualen. Körperlich und geistig stellte sich langsam eine Gewöhnung an die Trainingsintensität und eine Leistungsbereitschaft ein. Nachmittags reisten wir zur Cava d’Ispica, einer Schlucht, in deren Felswänden sich jahrtausendealte Höhlen und Felsbehausungen erhalten haben. Gemeinsam mit einem Guide erkundeten wir die Höhlen und die verfallenen Gebäude. Ich war sehr beeindruckt von der Beharrlichkeit der Menschen, die aus dieser unwirtlichen Schlucht einen Lebensraum erschaffen haben. Es erinnerte mich an den unbezwingbaren Willen, eines unserer Prinzipien im Taekwon-Do: Auch die die Menschen damals sind dem Widerstand der rauen Natur nicht ausgewichen, sondern haben diesen überwunden und überlebt. An diesem geschichtsträchtigen Ort fanden wir einen Panoramaplatz, von dem aus man die Schlucht gut überblicken konnte, zogen uns schnell in unsere Doboks um und machten ein kurzes Powertraining. Dabei sind unglaubliche Bilder entstanden: die grauen gewaltigen Felsmassive im Hintergrund, das gelbe sonnenverbrannte Gras hinter uns und das kräftige Dunkelgrün der Vegetation, das sich so beharrlich wie die Menschen einst seinen Weg durch die felsige Landschaft bahnt und unseren Trainingsplatz umringt. Als wir danach in die Innenstadt wanderten, waren wir alle in einer fröhlichen Stimmung. Die Sonne kam heraus und wir waren alle stolz auf die erfolgreiche Präsentation unseres einzigartigen Taekwon-Do Stils. Ispica war wunderschön. Es ist eine kleine sizilianische Stadt wie aus dem Bilderbuch, mit den hellen Häuserfassaden und Balkonen, den barocken Kirchen und den verwinkelten Straßen. Wir aßen noch Gelato und tranken Kaffee zum Abschluss unserer Exkursion.
Abends beim Abendessen zuhause im Primo Scivolo machte sich ein beeindruckendes Naturschauspiel bemerkbar. Es donnerte und blitzte über dem Meer draußen und wir blieben alle noch nach dem Essen draußen am Strand stehen und beobachteten das einmalige Erlebnis aus sicherer Entfernung (das Gewitter war weit draußen auf dem Meer). Ich hatte so etwas zuvor noch nie gesehen. Mir kam der Gedanke, dass ich gut verstehen kann, warum die alten Griechen etwa glaubten, dass sie den Zorn des Zeus auf sich gezogen hätten, wenn es donnerte und blitzte: ein solches Schauspiel auf dem offenen Meer hatte tatsächlich etwas Göttliches. Sascha und ich blieben noch länger am Meer und liefen Hyongs, wobei einmalige Videoaufnahmen entstanden.
Tag 4 - 14. September 2026
Hwasan Yeonmu
Am vierten Tag des Sicily Vulcano Camps 2026 stand endlich die Reise zum Ätna an. In unserer Wohnung war eine besondere Spannung spürbar, also wir kurz vor 6 Uhr unsere Sachen für die Abfahrt zusammengesucht haben. Uns war allen klar: heute steht etwas Großes, etwas Besonderes an. Es war ein besonderer Moment als wir im Vorbeifahren zum ersten Mal eines der riesigen Steinfelder am Fuße des Ätna erblickt haben, einen erstarrten Lavastrom. Die Gewalt der Natur die sich hier ihren Weg gebahnt hat, ließ sich noch erahnen. Als wir nach einer abenteuerlichen Busfahrt mit unserer Wanderung zum höchstmöglichen zugänglichen Punkt in ca. 3350 m begonnen, zeigte sich schnell, dass uns eine besondere Herausforderung bevorstand: nach nur wenigen Minuten wurde das Atmen schwer und der Puls ging hoch in der extremen Höhe. Wir kämpften uns aber weiter! Ich fand es sehr motivierend, die Extrembedingungen der Natur zu überwinden und dem rauchenden Gipfel immer näher zu kommen. Es war überwältigend, endlich am Gipfel eines der Krater zu stehen und den großen Gas- und Aschewolken zuzusehen, die sich immer wieder in der nicht absehbaren Tiefe des Ätna bildeten und den Himmel verdunkelten. Ich erinnere mich, wie die ganze Gruppe ihre Augen kaum von dem einmaligen Naturereignis abwenden konnte. Aber das eigentliche Highlight der Reise war, als wir endlich am Piano delle Concazze ankamen. Hier sind mit dem gewaltigen rauchenden Ätnagipfel im Hintergrund gewaltige Taekwon-Do Aufnahmen entstanden. Es war auch ein besonderer Moment, die Vulkanform Hwasan Yeonmu endlich an dem Ort zu laufen, für den sie vorgesehen ist. Der Vulkanboden unter uns war voller spitzer Steine, sodass jeder Schritt schmerzte und ich bin sehr stolz auf die Leistung unserer ganzen Gruppe, dass wir uns da durchgekämpft haben und die widrige Natur und unseren eigenen inneren Widerstand bezwungen haben. Es war eine körperliche und mentale Abhärtung, die uns noch den Rest der Woche getragen hat: Wer auf spitzen Steinen Sprungkicks, Freikampf und Vulkanform üben kann, ist auf jedem Untergrund unaufhaltbar. Wenn ich jetzt mit Abstand auf unsere Fotos vor dem Feuerberg zurückschaue und auch daran denke, wie viele Passanten uns gebannt beobachtet und gefilmt haben, wird mir bewusst, wie gewaltig und einmalig dieses Erlebnis war. Der Vulkan war wirklich der Höhepunkt unserer Woche und zurecht Namensgeber für unser Trainingscamp. Ich bin stolz, dabei gewesen zu sein.
Tag 5 - 15. September 2026
Siracusa – auf den Spuren der Griechen
Nach dem morgendlichen Strand-Dojang reisten wir nach Siracusa: Heute ein buntes Treiben aus Händlern und Touristen - vor über zweitausend Jahren eine der mächtigsten Metropolen der griechischen Welt. Die Erhabenheit des alten Syrakus war immer noch an den gewaltigen Ruinen etwa des Tempels des Apollon zu erkennen, den wir als erstes besuchten. Danach erkundeten wir in fröhlicher Stimmung den Markt und frühstückten gemeinsam. Ich kaufte dort frisches Obst und Oliven und getrocknete Tomaten. Qualität und Geschmack waren mit dem, was ich von zuhause kannte, nicht zu vergleichen. Anschließend hatte Oliver für uns eine abenteuerliche Fahrt mit Tuk-Tuks gebucht. Wie diese kleinen Gefährte durch die belebten, holprigen Gassen bretterten war für uns alle ein großer Spaß und wir hatten viel zu staunen und zu lachen. Und es war eine gute Gelegenheit, den Rest der Altstadt kennenzulernen, etwa die Aussichtsplattform Belvedere di Largo Aretusa. Vor dem Dom von Siracusa zogen wir uns schnell in unsere Doboks um und machten ein paar Techniken auf den Treppen zum Dom zwischen den mächtigen Säulen, umgeben von Geschichte. Es hat jeden unserer Ausflüge bereichert, dass wir das Taekwon-Do immer bei uns trugen, in Form des Doboks im Rucksack und jederzeit bereit waren, unser traditionelles Taekwon-Do an den besonderen Orten Siziliens sichtbar werden zu lassen. Zuletzt besuchten wir den Parco Archeologico della Neapolis. Die riesige Höhle „Ohr des Dionysios“, sowie das griechische Theater und das römische Amphitheater hinterließen uns in Ehrfurcht vor den Kulturen, die hier einst gewirkt hatten und den Schauspielen, die sich an diesen Orten zugetragen haben mussten. Es wäre die Erfüllung eines Traums, an einem solchen Ort eine Taekwon-Do Vorführung durchführen zu dürfen.
Am Abend errichteten wir unser Dojang in den Räumlichkeiten eines Fitnessstudios in Rosolini. Hier wartete ein hartes Training auf uns und insbesondere ich wurde immer wieder im Rahmen meiner Prüfung zum zweiten Dan geprüft. Aber ich fühlte mich leistungsbereiter als zuvor, stärker auf den Moment fokussiert und zunehmend losgelöst von Hemmungen und inneren Widerständen. Ich habe auch an diesem Tag wieder viele Grenzen aufgezeigt bekommen und gelernt, was ich alles noch verbessern muss. Gleichzeitig begann ich eine Änderung wahrzunehmen: In meiner Haltung, meinem Kampfgeist, meiner Konzentration und meiner Beharrlichkeit spürte ich eine Steigerung, zunehmend auch die besondere Prägung durch die bis jetzt erfolgten Trainingseinheiten des Sicily Vulcano Camps.
Tag 6 - 16. September 2026
Training, Training, Training!
Heute stand kein Ausflug auf dem Programm, dieser Tag war ganz für das Training reserviert. Das morgendliche Strandtraining war inzwischen vollkommen zur Routine geworden. Kein Anflug eines Gedankens mehr, dass man vielleicht lieber ausgeschlafen hätte. Es war wie immer sehr anspruchsvoll, die immer wechselnden Technikkombinationen erforderten vollkommene Konzentration. Ich wurde wie immer viel geprüft und es gab wie immer Erfolgserlebnisse, aber auch Entwicklungsbedarf. Aber es ging in die richtige Richtung. Aufbau, nicht Abbau. Das Wassertraining mittags wurde auch immer routinierter. Ich hatte langsam den Eindruck, wir trainierten nicht mehr gegen den Wasserwiderstand, sondern waren vertraut mit den Wellenbewegungen und den Eigenschaften des Wassers und trainierten im Einklang mit der Natur.
Wir hatten eine geschäftige Pause, in der wir alle, jeder für sich, an den Erlebnisberichten vom Ätna saßen, die wir bei unserem Abschlussevent vortragen wollten.
Das abendliche Strandtraining bei Sonnenuntergang erfüllte mich mit einer tiefen Zufriedenheit. Zum ersten Mal im Camp hatte ich eine vollkommene Konzentration auf den Punkt gespürt, die über die ganze Stunde nicht nachließ. Und ich merkte auch, dass meine Beintechniken so hoch wie noch nie waren. Nicht nur mein Körper, sondern auch mein Geist waren leistungsbereit. An diesem Abend durfte ich auch erneut meine vierzehnte Hyong im Rahmen der Prüfung vorzeigen. Im Abschlusskreis bei Sonnenuntergang gab mein Lehrer mir die Hand: Der erste Teil der Prüfung, „Hyong“, war bestanden. Die restlichen Prüfungsteile würden in den kommenden zwei Tagen abgeschlossen werden.
Als wir uns in Pozzallo ein Restaurant für das Abendessen suchten und auch im Anschluss noch ein Gelato aßen, fühlte es sich schon an wie eine kleine Feier des ersten erreichten Etappenziels auf dem Weg zum zweiten Dan.
Tag 7 - 17. September 2026
Noto – Unbezwingbarkeit
Nach dem morgendlichen Strandtraining besuchten wir die Barockstadt Noto. Wir besichtigten zahlreiche Kapellen und Kirchen und ließen beeindruckende Bilder im Dobok vor der Kathedrale von San Nicolo entstehen. Die prachtvollen barocken Fassaden verdanken ihre Einzigartigkeit einem tragischen Kapitel der Geschichte: Noto wurde bei dem verheerenden Erdbeben von 1693 komplett zerstört und an anderer Stelle komplett neu wieder aufgebaut wurde. Es symbolisiert wirklich einen unbezwingbaren Willen, nach der vollkommenen Vernichtung wieder unbeirrt bei Null zu beginnen und eine Stadt von Grund auf neu zu errichten. Wie Großmeister Kwon gesagt hat: „Never, never quit.“
Nach einem Mittagessen in der Innenstadt von Noto fuhren wir wieder zu unserem Indoor Dojang in Rosolini. Im Vergleich zum Vortag galt es an diesem Tag wieder mehr innere und äußere Hindernisse zu bezwingen. Wir alle merkten, dass unsere Muskulatur heute besonders verspannt und unbeweglich war. Außerdem war es ein besonders heißer Tag. Aber auch das Taekwon-Do stand an diesem Tag unter dem Motto der Unbezwingbarkeit! Und so trainierten wir unnachgiebig weiter. Für mich standen auch die nächsten Prüfungsteile an: Einschrittkampf und Selbstverteidigung. Eine Prüfung ist immer auch in Teilen ein Lehrgang und so lernte ich auch hier, welche Techniken es noch zu ändern oder zu verbessern gilt. Aber ich schloss auch diesen Teil der Prüfung erfolgreich ab. Auch die anderen Prüflinge schlossen an diesem Tag Teile ihrer Prüfung ab, sodass für uns alle noch die Bruchtests am Folgetag als Abschluss unserer Prüfungswoche verblieben.
Nach einer kurzen Pause kamen wir zu einem weiteren Höhepunkt unserer Vulcano Camp Woche: dem nächtlichen Fackeltraining. Nach Sonnenuntergang bauten wir am Strand die Fackeln selbst auf in einem Halbkreis zwischen unserem Stammrestaurant Primo Scivolo und dem Meer. Wir standen dabei zwischen den entzündeten Fackeln, spürten die Hitze des Feuers seitlich von uns und hörten das Rauschen des Wassers hinter uns. Wir liefen Formen im Dunkeln zwischen den Fackeln und jeder von uns wurde noch einmal einzeln in die Mitte der Fackelarena gerufen für Einzelvorführungen. Dabei entstanden unvergleichliche Aufnahmen mit der Drohne. Auch nachdem das Training vorbei war und die Fackeln fast abgebrannt waren, nahmen wir noch gegenseitig Aufnahmen von uns auf: Es entstanden Einzelaufnahmen und auch Freundschaftsbilder, Arm in Arm oder mit gemeinsamen Techniken. Im Hintergrund: die hell brennenden Fackeln, der dunkle Nachthimmel, der leicht schimmernde Meer und der weiß strahlende Mond. Es entstanden Bilder, wie sie wohl nur die wenigsten besitzen – eine ganz besondere Erinnerung an das Sicily Vulcano Camp.
Tag 8 - 18. September 2026
Abschluss der Prüfungen
Um 06:50 durften wir Prüflinge bei unserem Lehrer unsere Bretter abholen und zum Strand mitnehmen. Die entscheidende Phase der Prüfungen stand kurz bevor! Dunkle Wolken hingen bedrohlich über dem Strand und verdeckten die vor kurzem aufgegangene Sonne. Wir begonnen mit unserem Training wie immer, wobei zwischendurch immer wieder wir Prüflinge gefordert waren. Zunächst musste ich drei Bretter mit der Hand zerbrechen: Einmal Fauststoß, zweimal Innenhandkante. Ich konzentrierte meine gesammelte Kraft und Konzentration auf den Punkt in der Mitte des Bretts, wie ich es gelernt hatte, und es gelang. Ich muss an meine Prüfung zum ersten Dan zweieinhalb Jahre zuvor denken und daran, wie schwer mir die Handbruchtests damals gefallen sind und ich bin stolz auf den Weg, den ich bis hierhin gegangen bin. Es ging weiter mit drei Fußbruchtests. Inzwischen begann es zu regnen und in der Ferne war erstes Donnergrollen zu hören und Blitze zu sehen: uns war klar, wir hatten nicht mehr viel Zeit, bis das Gewitter uns erreichen würde. Das siebte und letzte Brett war meine Spezialtechnik, der gehaltene Naeryo-Chagi. Dabei wird das Bein so weit wie möglich nach oben aufgespannt und gehalten, bevor die Ferse kontrolliert in ein hochgehaltenes Brett geführt wird. Ich bündelte noch einmal alle Energie für diesen letzten Bruchtest – und das Brett zerbrach. Auch die anderen Prüflinge meisterten ihre Bruchtests erfolgreich und schlossen damit ihre Prüfungen ab. In immer stärker werdendem Regen und unter Donnergrollen bekamen wir unsere neuen Gürtel umgebunden und unsere Urkunden ausgehändigt. Eine eindrucksvollere Kulisse für den Abschluss einer Taekwon-Do Prüfung hätte ich mir kaum vorstellen können. Das Gewitter hatte uns noch nicht erreicht, aber wir wussten, dass es nicht mehr lange dauern konnte und so begaben wir uns schnell zurück in die Sicherheit unseres Apartmentkomplexes. Dort gratulierten wir uns alle gegenseitig, machten Fotos von uns mit den Urkunden und feierten unsere Erfolge.
Erst am Nachmittag ließ das Gewitter nach. Wir erfolgreichen Prüflinge gingen Grillgut einkaufen für die Abschlussfeier, die später am Abend stattfinden sollte. Als wir uns im Dobok um 18:00 vor unserem Apartment einfanden, war ich überrascht von dem großen Tisch voller Pokale, Urkunden und Medaillen, den unser Lehrer aufgebaut hatte. Jeder Tag war so reich gefüllt mit Erlebnissen und Erfolgen, dass ich ganz vergessen hatte, dass es darüber hinaus noch materielle Andenken und Anerkennungen geben könnte. Es folgte eine andächtige Zeremonie, in der jeder von uns einen Pokal, eine Urkunde und vier Medaillen überreicht bekommen hat. Mein Lehrer hat uns als Vulkankrieger bezeichnet, was ich sehr berührend und passend für diesen Anlass fand. Man muss dabei gewesen sein, um zu verstehen, was wir in dieser Woche geleistet haben und warum ein solcher Begriff der Monumentalität des Vulcano Camps gerecht wird. Danach wurde noch ausgiebig gegrillt und gefeiert. Wir haben Videos aus dem Vulcano Camp angeschaut, unsere Vulkanberichte vorgelesen und über die gemeinsame Woche reflektiert. Es war ein würdiger Abschluss dieses Tages und insgesamt unserer gemeinsamen Woche im Sicily Vulcano Camp.
Tag 9 - 19. September 2026
Ausklang
Am Morgen fand ein letztes Strandtraining statt. Es erfüllte mich mit Stolz, nach dieser Woche nun meinen neuen schwarzen Gürtel mit der silbernen „II“ tragen und meine neue Position in der Aufstellung einnehmen zu dürfen. Es fand noch eine letzte Prüfung statt (einer der Prüflinge war am Vortag verhindert) und auch diese wurde erfolgreich abgeschlossen. Wir gaben noch einmal alles und powerten uns aus. Es war erfüllend, das gesamte Camp inklusive Prüfung erfolgreich abgeschlossen zu haben. Am ersten Trainingstag hatte ich noch so viel inneren Widerstand gespürt, dass mir die noch vor uns liegende Woche gigantisch vorkam. Und jetzt konnte ich zurückblicken auf all die Herausforderungen, auf so viel Wachstum und so viele erfolgreiche Momente.
Den Rest des Tags verbrachten wir mit der Vorbereitung der Abreise. Wir packten unsere Koffer und kehrten unsere Apartments.
Am Abend verbrachten wir einen letzten geselligen Abend in unserem Stammlokal Primo Scivolo, ließen die vergangene Woche noch einmal Revue passieren und genossen die letzten gemeinsamen Stunden in Pozzallo.
Tag 10 - 20. September 2026
Abreise
Um 05:00 Uhr morgens mussten wir uns von unseren Apartments und unserem Sahbumnim verabschieden und zum Flughafen in Catania fahren. Nach einem kurzen Frühstücksstopp erreichten wir den Flughafen gegen 07:00 Uhr und gaben unsere Mietwagen ab. Vor dem Eingang bot sich uns noch ein letzter atemberaubender Ausblick auf die schwarzen Konturen des Ätna. So konnten wir uns noch von ihr (man bezeichnet sie als Mamma Etna in Sizilien!) verabschieden. Als im Flugzeug Sizilien an mir vorbeizog, musste ich an all unsere Erlebnisse denken: das morgendliche Strandtraining und das mittagliche Wassertraining, die Höhlen und Kathedralen, das Fackeltraining, und den mächtigen Vulkan. Alle diese Bilder werden noch lange nachwirken. Zunächst freue ich mich darauf, mit einem neuen Gürtel nachhause zurückzukehren und meine unzähligen Erfahrungen aus dem Vulcano Camp in mein Lernen und Lehren in unserem Dojang in Kriftel einfließen zu lassen.
gez. Terry Meyer, 03. Oktober 2026
화산 연무
Tobias Klonk
Ätna Trip
Heute sind wir unterwegs zur Besteigung des Etna. Schon von der Autobahn aus kann ich das Massiv sehen, aber die wahren Ausmaße werden mir erst bewusst, als wir nach
der Autobahn noch eine ganze Stunde weiter über die Hänge und durch die Dörfer fahren. Lange schon ist der Gipfel aus dem Blickfeld verschwunden – wir sind mittendrin.
Als wir den Parkplatz erreichen, sehen wir die erkalteten Lavaströme von vergangenen Ausbrüchen. Darin einzelne verbrannte Bäume.
Mit Off-Road Bussen geht es dann weiter den Berg hinauf. Über buckelige Pisten dem rauchenden Gipfel entgegen. Als das Ziel wieder in Sicht kommt, steigen wir aus. Mein Puls schnellt in die Höhe. Ist
es die Höhenluft? Ist es die Aufregung? Es ist auf jeden Fall eine unbändige Lebendigkeit. Aber zweifle, ob der Aufstieg gelingen kann. 400 weitere Höhenmeter liegen über uns. Wir gehen es an. Der
erste Schritt geht und der nächste folgt. Ein Schritt folgt auf den anderen. Die Wolken haben wir unter uns gelassen, darunter öffnet sich das Panorama der Ostküste. Meine Gedanken werden frei, die
Füsse folgen alleine dem Pfad und die Zweifel sind vergessen. Eine kurze Pause, eine weitere Jacke, und schon sind wir beim letzen Aufstieg zum Krater.
Oben angekommen ergreift mich eine neue Beklommenheit, der Krater stützt steil nach unten ab. Unmengen von Dampf und Rauch speit der Vulkan in die Luft. Ein Boden des Kraters ist nicht zu erkennen.
Einfach nur ein Loch zum Mittelpunkt der Erde. Brodelt dort unten Lava? Oder gibt es einen Boden aus dem der heiße Dampf aufsteigt? Kein Mensch kann dort hineinsteigen. Wie es dort unten
aussieht, muss ein Geheimnis bleiben. Dann steigt die Erkenntnis auf, dass das ganze Massiv auf der brodelnden Lava ruht. Wie viele Stunden sind wir schon unterwegs? Alles worüber wir gefahren,
gewandert und geklettert sind, ist aus diesem Loch herausgeschleudert worden. Die Ausmaße sind nicht in Worte zu fassen, nur wer an diesem Krater gestanden hat, kann das erfahren.
Auf dem Abstieg kommen wir an dem erkalteten Lavastrom vorbei, der sich erst von 3 Wochen hier aus dem Berg geschoben hat. Klein zwar im Vergleich zu den Ausmaßen früherer Eruptionen, aber durch die
zeitliche Nähe ungleich viel greifbarer und akuter. Immer noch dampfen die Risse im Berg. Jederzeit kann sich wieder eine Spalte öffnen und das Erdinnere ans Licht bringen.
Von der Faszination an diesem Ort kann ich mich nur langsam trennen, um weiter abzusteigen dem nächsten Highlight entgegen. Die geplante Taekwon-Do Fotosession auf der Ebene übertrifft alle
Erwartungen. Es fällt mir nicht leicht den Vulkansand-Boden zu vergessen, aber die Energie der Gruppe trägt weit, und so entstehen unglaubliche Bilder, die die Vorstellungen weit
übertreffen.
Es ist überragend festzustellen, wie die ungreifbaren Vorstellungen von Oli Form annehmen, wie sich alles zusammensetzt, wie ich Teil davon sein und meinen Teil dazu beitragen kann.
gez. Tobias Klonk, 18. September 2026
화산 연무
Lars Pfannenschmidt
Erfahrungsbericht
Zuerst möchte ich mich bei Großmeister Oliver Lehmann für die Organisation dieses Camps und für diese außergewöhnliche Erfahrung bedanken, die ich dort machen durfte.
Ganz besonders hat mir das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe gefallen. Die gemeinsame Unterbringung in der Villa mit Apartments war ein optimaler Ausgangspunkt – sowohl für die
Trainingseinheiten am Strand als auch für die gemeinsamen Frühstücke und Abendessen. Auch für unsere Besichtigungen war die Unterkunft ideal gelegen. Der Ort Pozzallo selbst hatte ebenfalls einiges
zu bieten. So konnten wir als Ausgleich zu den anstrengenden Trainingseinheiten abends ausgehen und es uns gut gehen lassen.
Die Trainingseinheiten waren sehr intensiv und fanden überwiegend am Strand und im Wasser statt, jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Anforderungen waren dabei ausgeglichen, sodass sowohl
höher als auch niedriger Graduierte gefordert wurden und jeder sein Bestes geben konnte. Drei Trainingseinheiten am Tag haben natürlich an den Kräften gezehrt. Trotzdem war es immer so, dass wir
unseren Sport, den wir lieben, gerne gemacht haben und jeder mit Freude zum Strand gegangen ist.
Wenn es durch einen Ausflug möglich war oder sich die Gelegenheit ergeben hat, konnten wir auch in einem Trainingsraum trainieren. Dieser hätte uns auch zur Verfügung gestanden, wenn das Wetter
einmal nicht so gut gewesen wäre. Meistens war das Wetter jedoch auf unserer Seite, und es war wirklich traumhaft schön, so oft im Freien trainieren zu können.
Auch die kulturelle Umgebung und die verschiedenen Besichtigungen haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Besuch von Noto, der berühmten Barockstadt, war sehr beeindruckend. Auch
Ispica, mit den Höhlen und dem historischen Umfeld, hat mich sehr begeistert. Dort hatten wir einen schönen Platz, an dem wir unsere Übungen vorführen konnten und an dem auch die Prüfungen
vorbereitet wurden.
In Syrakus, der Stadt, in der sich bereits die Griechen niedergelassen hatten, kam auch der Spaß nicht zu kurz. Mit kleinen Ape-Fahrzeugen konnten wir die Stadt erkunden. Auch der dortige Markt war
sehr landestypisch und hat mir gut gefallen. In einer solchen kulturellen Umgebung zu trainieren, ist natürlich noch einmal etwas Besonderes und allein schon eine Reise wert.
Das besondere Highlight war für mich der Besuch des Ätna. Darüber habe ich bereits einen separaten Bericht geschrieben. Dieses Erlebnis ist natürlich kaum zu toppen: auf einem Vulkan Taekwondo zu
machen und ihn gemeinsam als Team zu besteigen, ist etwas, das man wahrscheinlich nur dort erleben kann.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Camps waren die Prüfungen. Es gab Prüfungen zum 1. Dan und zum 2. Dan sowie zwei Prüfungen für Farbgurte. Diese wurden mit sehr hoher Qualität und großem
Anspruch durchgeführt. Alle Prüflinge können sehr stolz auf sich sein.
Besonders beeindruckend fand ich, dass die Prüfungen nicht – wie sonst üblich – nur an einem oder zwei Tagen stattfanden. Die Prüflinge wurden vielmehr über die gesamte Woche hinweg beobachtet und
beurteilt. Dadurch konnten sie über einen längeren Zeitraum ihr Können und ihre Entwicklung zeigen und haben dabei wirklich ihr Bestes gegeben. Jeder, der dort seine Prüfung abgelegt hat, kann
deshalb doppelt stolz auf seine Leistung sein. Auch die anwesenden Schwarzgurte haben diese herausragenden Leistungen bestätigt und können dies entsprechend bestätigen.
Fazit
Mein persönliches Fazit ist, dass man auf einer solchen Reise, die sich ganz speziell auf Taekwondo konzentriert, den Sport noch einmal auf eine ganz andere und besonders intensive Weise erleben und
praktizieren kann. Ohne Ablenkung durch andere Dinge wie Familie, berufliche Verpflichtungen, kann man sich eine ganze Woche lang voll und ganz auf seinen Sport konzentrieren.
Eine solche Erfahrung sollte meiner Meinung nach niemand in seiner Taekwondo-Karriere missen. Die Erlebnisse, die gemeinsamen Trainingseinheiten, die Prüfungen, die kulturellen Eindrücke und vor
allem das starke Zusammengehörigkeitsgefühl bringen jeden in seiner Taekwondo-Karriere weiter.
Für mich war das Taekwondo Sizilien Camp 2026 deshalb eine außergewöhnliche und sehr wertvolle Erfahrung, an die ich mich noch lange gerne zurückerinnern werde.
gez. Lars Pfannenschmidt, 30. September 2026
화산 연무
Robin Günther
Ätna Trip
Wir sind morgens um 6:00 Uhr abgeholt worden und dann ca. 2,5 Stunden zum Ätna gefahren worden.
Dort wurden wir in Busse verladen und sind auf ca. 3000 Meter hochgefahren worden. Es war besonders beeindruckend, was die Höhe direkt nach der Ankunft mit meinem Körper gemacht hat – schon beim
Aussteigen habe ich gemerkt, wie dünn die Luft da oben doch war.
Mit Herzklopfen und wenig Puste ging die Wanderung dann los.
Eines meiner absoluten Highlights war die Ankunft am Krater.
Dieses riesige Loch, aus dem ununterbrochen Rauch stieg, war einfach viel größer, als ich es mir vorgestellt hatte.
Nach einer kurzen Besichtigung und Fotopause am Krater, sind wir weiter in Richtung des frisch abgekühlten Lavastroms von August gegangen.
Dieser Strom, der aus kleinen Rissen in der Erde herausgedrückt wurde, ging weiter, als das Auge reicht, und war unfassbar beeindruckend anzusehen.
Aus den Rissen in der Erde kam noch immer heißer Wasserdampf, welcher das Vulkangestein im Umkreis spürbar erwärmte.
Das größte Highlight allerdings war, als wir auf der freien schwarzen Fläche unterhalb des frischen Lavastroms ankamen, uns für eine kleine Taekwondo-Trainingseinheit fertig machten und anfingen, direkt auf dem größten aktiven Vulkan Europas zu trainieren!
Im Anschluss an ca. 20 Minuten Training und Vorführung machten wir noch einige Bilder und Videos.
Nachdem wir uns wieder in unsere Wanderklamotten gestürzt hatten, ging es für uns in Bussen wieder zurück zum Fuß des Vulkans.
Die Fahrt ähnelte einer echten Achterbahnfahrt, was nach dem Wandern eine wirklich willkommene Abwechslung war.
Alles in allem eine Wahnsinns Erfahrung!
gez. Robin Günther , 16. September 2026
화산 연무
Sascha Nowak
Erfahrungsbericht
Das erste Vulcano Camp 2026
Schon beim Landeanflug auf den Flughafen Catania sah ich diesen mächtigen Berg, aus dessen Gipfel – oder besser Krater – gigantische Rauchsäulen aufstiegen: Der Ätna. Schon dieser allererste Blick aus dem Flugzeug war überwältigend. Was ich da noch nicht ahnte: Unser Großmeister und Sizilien hatte noch so viel mehr für mich parat.
Nach einer einstündigen Fahrt kamen wir an unserer perfekt gelegenen Unterkunft in Pozzallo an. Das Restaurant direkt am Strand, keine 3 Minuten Fußweg bot eine Speisekarte, bei der ich am liebsten gleich alles probiert hätte. Zum Glück sind wir öfter dort gewesen. Wir feierten unser Ankommen, womit der Plan, früh zu Bett zu gehen, hinfällig war. Am ersten Morgen hieß es nämlich schon um kurz nach vier Uhr aufstehen. „Warum mache ich das hier alles bloß?“, habe ich mich in diesem Moment gefragt. Doch während des Trainings bei Sonnenaufgang waren diese Gedanken rasch verflogen. Ich genoss mit der Gruppe das Training in der noch frischen, kühlen Luft direkt am Meer. Während das Rot am östlichen Himmel der hellen Sonne wich und wir unsere Hyongs liefen, erlebten wir einen unbeschreiblichen Moment. So habe ich Taekwon-Do noch nie trainiert. Ich liebte es!
Der erste Tag war ein reiner Trainingstag: morgens bei Sonnenaufgang, mittags im Wasser und abends bei Sonnenuntergang. Jedes Training hatte seinen eigenen Reiz und ein bestimmtes Thema, unter anderem begannen wir zusammen die neue Vulcano Hyong, Wasan Tschong-Mu zu lernen. Bereits am ersten Abend spürten wir alle am ganzen Körper, was es heißt, das Sicily Volcano Camp meistern zu wollen.
Am nächsten Tag stand nach dem allmorgendlichen Training am Strand ein Ausflug nach Ispica an. Ein professioneller italienischer Fremdenführer erzählte uns vieles über die einstigen Höhlenwohnungen und den Stadtkern Ispicas. Nach so viel Taekwon-Do am ersten Tag und der langen Zeit auf den Beinen genossen wir das italienische Eis und die süßen sizilianischen Spezialitäten völlig ohne schlechtes Gewissen. Natürlich ging es vor dem Abendessen noch zu einer weiteren Taekwon-Do-Session an den Strand.
Dann näherte sich der große Tag: der Ausflug zum Ätna. Früh morgens, noch vor der Dämmerung, ging es los. Der Ätna empfing uns mit außergewöhnlich großen Rauchfahnen, die wir schon aus vielen Kilometern Entfernung sahen. Mit einem erfahrenen Guide erklommen wir die letzten 400 Höhenmeter, Schritt für Schritt durch eine Mondlandschaft. Karg, schwarz, bizarr und gleichzeitig faszinierend. Je höher wir kamen, desto dünner wurde die Luft; auf 3300 Metern spürte man jeden Atemzug. Und dann standen wir am Kraterrand. Der Blick in den Schlund, wo man die Urkraft unseres Planeten nur erahnen konnte, war überwältigend. Ein Moment, der sich nicht in Worte fassen lässt – ehrfurchtgebietend, unvergleichlich.
Als wir weiter unten in unseren weißen Doboks auf dem schwarzen Vulkangestein unsere neue Wasan Tschong-Mu Form liefen, spie der Ätna im Hintergrund weiter seinen Rauch in den Himmel. Ein halbstündiger Gänsehautmoment! Später erfuhren wir, dass der internationale Flughafen an diesem Tag den gesamten Flugverkehr eingestellt hatte – zu viel Vulkanasche in der Luft. Und wir waren an diesen Tag oben, bei Sonnenschein und fast keinem Wind. So viel Glück kann man eigentlich nicht haben!
Auch der folgende Tag war vollgepackt mit Strandtrainings und einem aufregendem Ausflug nach Syrakus – einer alten Stadt Siziliens mit faszinierender Vergangenheit. Auf dem Markt gab es vieles zu probieren. Das erste Mal in meinem Leben kostete ich zusammen mit anderen aus der Gruppe Austern, wobei ich dann doch die getrockneten, süßen Zitrusschalen vom Stand nebenan bevorzugte. Die Fahrt mit den kleinen Tuk-Tuks durch die Innenstadt bot neben vielen interessanten Informationen über die Stadt und den Hafen auch sehr lustige Momente, denn ich hatte das „Party-Tuk-Tuk“ erwischt. Einzelheiten bleiben in Sizilien… ;)
Das Aufstellen vor der Kathedrale in unseren Doboks war erneut ein überwältigender Moment. Überall, wo wir auftauchten, wurden Smartphones gezückt. Gefühlt wurden wir öfter fotografiert und gefilmt als die vielen historischen Gebäude um uns herum.
Der darauf folgenden Tag widmete sich ganz dem Taekwon-Do. Dreimal am Tag zehrten Strand- bzw. Wassertrainings an der Kondition und der Kraft eines jeden einzelnen Volcano-Kämpfers. Vor allem die Prüflinge zum 1. und 2. Dan mussten im Indoor-Dojang ihr Können immer wieder unter Beweis stellen. Dieses Training war aber nicht nur für sie außergewöhnlich anstrengend, intensiv und kraftvoll. Die Energie, die wir in den ersten Tagen vom Training, von der Umgebung, dem Erlebten und der Gruppe selbst aufgesaugt hatten, entlud sich in diesem Training bei jedem einzelnen.
Die Woche war schon zu zwei Dritteln vorbei, aber der Kopf war frei von Alltagssorgen und alle waren nahezu ausschließlich auf unser Taekwon-Do fokussiert. Das war Urlaub für die Seele! In diesem Moment wurde uns klar, dass der Stress, der strenge Zeitplan und das anfängliche Nicht-zur-Ruhe-Kommen der ersten Tage fest zum Trainingslager dazugehörten. Nur so gelangte man zu diesem freien Kopf und dem aktuellen körperlichen FItnesszustand.
Nach einer weiteren Exkursion – dieses Mal nach Noto – und weiteren tausend Fotos, die Passanten und Touristen von uns vor der Kathedrale machten, endete der Tag mit einem weiteren Highlight: Am Abend präparierten wir unsere Trainingsfläche am Strand mit Fackeln. Die Sonne ging unter und wir trainierten gemeinsam zwischen den flackernden Feuer, über uns der helle Mond. Der nächste magische Moment.
Der letzte Trainingstag am Strand hatte es noch einmal in sich. Die letzten Prüfungselemente für alle Farb- und Schwarzgurtprüfungen wurden unter spektakulären Bedingungen am Strand absolviert. Der Tag endete mit einer zeremoniellen Übergabe von vielen Medaillen, dem Sicily Camp 2026-Pokal, einer extravagant designten Urkunde sowie vielen kleinen Geschenken und Aufmerksamkeiten. Gefeiert wurde das Ganze schließlich bei einem gemeinsamen, ausgelassenen Grillabend am Pool.
Rückblickend ist die Zeit extrem schnell verflogen. Körperlich völlig erschöpft, aber überglücklich ging es zurück zum Flughafen Richtung Heimat. Diese hervorragend organisierte und spektakuläre Woche wird mir für immer im Gedächtnis bleiben.
gez. Sascha Nowak 02.Oktober 2026